Hier mein letzter Blog-Beitrag. Ab nun bin ich ohne Velo unterwegs.
Heute habe ich mein Velo per DHL in die Schweiz aufgegeben. Somit ist meine Velotour beendet. Nach fast 2000 km (etwas weniger als anfänglich gedacht) bin ich darüber nicht ganz unfroh…..Der Indische Teil hatte es in sich. Nach dem ich in der Grenzregion von Nepal und Indien Lumbini, den angeblichen Geburtsort von Buddha besuchte, übertrat ich in Sunauli die Grenze zu Indien. Ab sofort verschlechterte sich der Strassenzustand nochmal um einiges, der Schmutz und Dreck nahm noch einmal zu und der Verkehr, besonders Busse und LKW’s wurden definitiv zum Albtraum. Mir blieb nichts anderes übrig, als mich in der Hackordnung des Verkehrs zu unterst einzuordnen. Ansonnsten wäre ich wohl ettliche male überfahren worden. Da ich versuchte dem Hauptverkehr auszuweichen, bewegte ich mich wenn möglich auf Nebenstrassen (ausser ein Stück, dass ich auf der Autobahn bewältigte). Dies machte die Orientierung mit meiner 1:2’500’000 Karte nicht immer einfach, war aber doch die sicherer Variante als mit den LKW’s und Bussen die Strasse zu teilen. Da sich diese Nebenstrassen natürlich weit ab von jeglichen Touristenströmen befinden, war das finden eines Schlafplatzes auch nicht immer einfach. Teils nächtigte ich in Unterkünften, die ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen wuerde.
Nebst all dem machte mir aber besonders eines zu schaffen: als europaeischer Velofahrer wirkt man auf die Inder wie das grüne Männchen vom Mars.
Ausser im Hotelzimmer ist man permanent ausgestellt, wird angeglotz, angegafft, angefasst, ausgefragt, einfach nie in Ruhe gelassen. Am Strassenrand anhalten und etwas trinken, essen oder einfach die Karte studieren führt sofort zu einem Verkehrszusammenbruch und einem Menschenauflauf. Will man jemanden nach der Richtung fragen, sind innert Sekunden zig Leute um einem versammelt. Auf den Feldern stopen die Bauern ihre Arbeit wenn man vorbeifährt, Velos halten an oder überholen einem, nur um sich dann wider zurück fallen zu lassen und dieses Spiel x-mal zu wiederholen.
Motorräder verfolgen einem km-weise, Autos fahren neben einem her anstatt zu überholen. So etwas wie Privatsphäre gibt es für Inder wohl nicht. Das machte mir extrem zu schaffen. So bin ich teils 6-7 Stunden am stück Velo gefahren, nur um nicht anhalten zu müssen.
Obwohl die Indische Landschaft vorwiegend Flach war, war dies eindeutig der nahrhafteste Teil meiner Reise. Ich war in Tibet fünf mal über 5000 m.u.M, wurde eingeschneit, hatte Hungerraste, kämpfte gegen die Hitze in Nepal, aber Indien schlug alles.
Somit beende ich zehn Kilo leichter ein Abenteuer, das ich nicht so schnell vergessen werde. Würde ich alles Erlebte niederschreiben, wäre ich in einer Woche noch nicht fertig.
Danke dem Jet-Sport-Team für die tolle Unterstützung (das Velo ist zu euch unterwegs, ungereinigt…) und ich hoffe, der eine oder andere hatte Spass beim verfolgem meiner Reise.
Pascal Bosshard
Lieber Pascal
Auch wir vom Jet Sport Team hatten viel Spass an Deinen Blog’s, und freuen uns Dich bald wieder in der Schweiz zu sehen. Wir werden Dein Bike wieder Reinigen damit eine neue Reise…irgendwann beginnen kann…
Geniesse Deine Ferien und bis bald
Guido und das ganze Jet Sport Team






